Alte Landstrasse, Gamsen
Alte Landstrasse, Gamsen
1. Rang
Offener Wettbewerb, 2026
Auftraggeberin
Stadtgemeinde Brig-Glis
Federführung
Eberli Landschaftsarchitektur
Architektur
Atelier Corso, Zürich
Verkehrsplanung
Belloli Raum- und Verkehrsplanung, Brugg
Visualisierung
maaars, Zürich
Die Alte Landstrasse in Gamsen wird auf der ganzen Länge zum zusammenhängenden öffentlichen Raum mit einer hohen Wiedererkennbarkeit. Entlang dem südlichen, durchgehenden Trottoir als gesicherte Längsführung für den Fussverkehr wird ein breites Natursteinband auf ganzer Länge als lineares Element etabliert. Dieses verbindet die beiden Auftaktsituationen im Westen und im Osten. Wie entlang einer Perlenkette sind die verschiedenen Interventionen an der Alten Landstrasse daran angebunden.
Dabei kristallisieren sich zwei Orte heraus, an welchen die Gebäude direkt an der Strasse stehen und die Gebäudekanten den öffentlichen Strassenraum begrenzen. Dies sind der Dorfkern Ost und der Dorfkern West, welche aufgrund des Bodenbelages ihre Wiedererkennbarkeit erhalten. Zwischen diesen Interventionen von Fassade zu Fassade entstehen wiederum lineare Strassenabschnitte, welche vom umgebenden Grün und von punktuell an der Strasse liegenden Gebäuden geprägt sind. Dieses räumliche Bild von Gamsen bildet sich ebenfalls auf historischen Karten ab.
Als historisches Bauwerk von nationaler Bedeutung prägt die Alte Landmauer die Geschichte und die Identität von Gamsen. Wir wollen diese Bedeutung der Alten Landmauer in subtiler Weise in die Gestaltung der Strasse einbeziehen. Die Ränder des Natursteinbelags werden in Anlehnung an die Zinnen der Alten Landmauer gestaltet.
Im Sinne der historischen Relevanz dieses Bauwerks erhält die Alte Landmauer an der Strasse eine verstärkte Präsenz. Kleine platzartige Aufweitungen lassen Aufenthaltsbereiche entstehen, welche zum Wanderweg entlang der Mauer leiten. Im lichten Schatten der zwei neu gepflanzten Linden sind Bänke für den Aufenthalt vorhanden.
Der Pflastersteinbelag, welcher von Fassade zu Fassade reicht, macht den Dorfkern Ost vom alten Schulhaus bis zur Kirche als zusammenhängenden öffentlichen Strassenraum lesbar.
Beim alten Schulhaus und der Kirche entstehen je ein entsiegelter Bereich mit einer Kiesfläche, je einer Linde und Sitzbänken. So entstehen attraktive Aufenthaltsbereiche entlang der Alten Landstrasse.
Um das alte Schulhaus entsteht ein attraktiver öffentlicher Freiraum mit differenzierten Zonierungen, welcher Spiel, Aufenthalt, Ruhe und Bewegung ermöglicht.
Die neuen Buswartehäuschen in Gamsen fügen sich durch ihre reduzierte, kleinmassstäbliche Architektur harmonisch in das dörfliche Umfeld ein. Die Dimensionierung orientiert sich am minimal erforderlichen Flächenbedarf und vermeidet überdimensionierte bauliche Eingriffe. Gleichzeitig ermöglicht die offene, leichte Konstruktion eine gute Einbindung der Kleinarchitekturen in das Orts- und Landschaftsbild.
Die Querschnittslösung ist darauf ausgerichtet, das Normalprofil zukunftstauglich. Massgebend ist der Begegnungsfall von einem Bus mit einem Personenwagen, der bei tiefer Geschwindigkeit auf der Fahrbahn stattfinden kann. Im Begegnungsfall von zwei Bussen, muss ein Fahrzeug auf den breiten Pflästerungsstreifen ausweichen, der intuitiv erkennbare Gehweg muss nicht befahren werden.