Siedlung Neumatt, Birr
Siedlung Neumatt, Birr
3. Rang
Eingeladener Wettbewerb, 2025
Auftraggeberin
Logis Suisse, Zürich
Architektur
Zimmermann Sutter Architekten, Zürich
Die städtebauliche Situation führt zu drei differenzierten Freiräumen, welche unterschiedlich und vielseitig genutzt werden können. Durch die Verwendung von charakteristischen Gehölzen in den verschiedenen Bereichen, erhalten diese jeweils eine hohe Wiedererkennbarkeit und Identität.
Der nördliche Gartenfreiraum ist den Themen „Gemeinschaft und Kleinkinderspiel“ und der mittlere dem Thema „Nutzgarten, Spiel und Aktivität“ gewidmet. Der südliche Freiraum zur Zentralstrasse mit den Themen „Erholung und Naturerfahrung“ ist nicht mit eigentlichen Nutzungen belegt; er wird als naturnaher, ökologisch wertvoller Grünraum mit dem freigelegten Bach vorgeschlagen. Einzelne ökologische und gestalterische Themen dieses Freiraums ziehen sich als Grundmotive rund um die Siedlung. Zum Beispiel wiederkehrende Baumarten wie Eschen und Erlen, oder sind - wie zum Beispiel Asthaufen - auch in den Gartenhöfen zu finden. Sie unterstützen so die ökologische Vernetzung zwischen den siedlungsinternen und den angrenzend umliegenden Freiräumen.
Die Wege parallel zu den Zeilen werden jeweils abgesetzt von den Fassaden geführt und von vielfältiger Vegetation und hainartig gepflanzten Bäumen gesäumt, welche Schatten spenden. Die Bewegung der Bewohnenden und der Öffentlichkeit im Siedlungsfreiraum geschieht so auf selbstverständliche Art, ohne die Privatheit der Wohnungen zu stören. Zur Fassade hin wird die Bepflanzung niedriger, geht in Stauden und Sträucher über, und erzeugt so einen luftigen Vorgartenbereich für die Wohnungen.
Richtung Norden, zur Hauptwohnseite der Zeilen, greifen Baumgruppen und Einzelbäume aus dem Hain aus, und markieren so ruhige Nischen wie auch Orte des gemeinschaftlichen Zusammenseins, welche mit unterschiedlichen Nutzungen wie Tischen und Bänke oder Spielbereichen für verschiedene Altersgruppen belegt sind.
Die hohe Privatheit der Nordfassaden wird unterstützt durch Sickergräben, welche die vegetativen Vorzonen als lineare, ökologisch wertvolle Bänder bespielen. Diese Retentionsmassnahme trägt zur Biodiversität und Kühlung bei und begünstigt den nachhaltigen Umgang mit dem anfallenden Meteorwasser.